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Delve

Auch um den Bau der St. Marien Kirche in Delve rankt sich eine Legende. 

 

Zu Anfang des 13. Jahrhunderts sollen Marsch- und Geestleute beschlossen haben, eine Kirche zu bauen, doch sie waren uneins über den Ort. So nahm man ein Marienbildnis, band es auf eine buntscheckige Stute, und wo das Pferd am nächsten Morgen beim Grasen gefunden würde, da sollte der Bau entstehen. Bis heute trägt die Kirchengemeinde das Bild von Maria mit dem Kind auf einem Pferd sitzend in ihrem Siegel.

 

Delve wird 1281 urkundlich zum ersten Mal als eigenständiges Kirchespiel erwähnt.

 

Die Kirche wurde als Saal mit eingezogenem Kastenchor zu Beginn des 13. Jahrhunderts aus Felsteinen errichtet und wurde im Laufe der Zeit immer wieder mit Backsteinen ausgebessert. Die Westwand wurde schließlich 1898 komplett in Backstein erneuert, gleichzeitig wurde der Eingang hierhin verlegt.

 

Der hölzerne Glockenturm wurde an der Stelle des 1559 zerstörten steinernen Rundturms errichtet. Eine Besonderheit sind die zwei gotischen Glocken.

 

Das älteste Inventar bilden die frühgotische Bronzetaufe aus der Mitte des 13. Jahrhunderts mit vier auf einem Fußring ruhenden Trägerfiguren, sowie die Triumphkreuzgruppe mit Maria und Johannes, die aus der Zeit nach 1375 stammt und somit zu den ältesten in Schleswig-Holstein gehört.

 

Die Kanzel wurde 1618 vermutlich von Jürgen Heidtmann, dem Älteren, aus Wilster fertiggestellt.

 

Vom alten Altar befinden sich ein Relief der Beweinung Christi unter der Orgelempore, sowie die Figuren zweier unbekannter Heiliger an den Wänden im Altarraum.

 

Der jetzige Altaraufsatz, über dem mittelalterlichen Unterbau, wurde 1652 von Henning Claussen, der zu den größten Künstlern seiner Zeit zu rechnen ist, im Knorpelbarockstil geschnitzt.

 

Die beiden Kirchenstühle im Altarraum stammen aus der Zeit um 1620.

 

Die drei in der Kirche hängenden Votivschiffe erinnern daran, daß Delve einst ein Bauern- und Schifferdorf war. Die Seeleute wollten Gott durch die Stiftung der Schiffe für Bewahrung in schwerer See danken, aber natürlich auch die Gottesdienstgemeinde daran erinnern, für sie zu beten, wenn sie auf großer Fahrt waren.

 

Die mit Kanonen bestückte Eindeckskorvette "Goldne Hirsch" wurde 1783 als Ersatz für ein älteres vermodertes Schiff in die Kirche gebracht.

 

Von den goldenen Zeiten der Delver Segelschiffahrt zeugt ein weiteres Votivschiff und Geschenk, das 1874 der Kirche übergeben wurde. Das Schiff trägt den Namen "Emanuel" (Gott mit uns).

 

Anstelle eines kunsthistorisch wertvollen gläsernen Kronleuchters, den die Delver Schiffergilde im Jahre 1796 gestiftet hatte (er wurde leider durch Bomben 1944 in Kiel zerstört, wo er sich zur Ausbesserung befand) hängt an gleicher Stelle jetzt das dritte Votivschiff: die "Ora et labora" (Bete und arbeite). Erbaut wurde sie 1952 vom Delver Schiffer Hans Martens.

 

Die Orgel stammt aus dem Jahre 1976 und wurde von der Firma Paschen aus Kiel gebaut; sie hat 660 Pfeifen und 11 Register.

 

Zum Abschluss darf natürlich nicht der "Delver Bilderstreit" unerwähnt bleiben.

 

Im Jahre 1904 erhielt die Delver Kirche von einem frühren Bürger, der in der Fremde zu Wohlstand gekommen war, eine Kopie von Rembrandts Bild "Die Opferung Isaaks". 

 

Der damilige Pastor Lühr fand jedoch, dass das Bild die Bereitschaft zum Menschenopfer viel zu drastisch betone, und wollte es deshalb nicht in der Kirche dulden. Deshalb entfernte er das Bild vor jedem Gottesdienst. Von übergeordneter Stelle erhielt er jedoch die Anweisung das Bild hängen zu lassen, worauf er die Kirche abschloss und gar keine Gottesdienste mehr hielt und schließlich Delve verließ. Erst in den 1920er Jahren kam es zu einem versöhnlichen Treffen in Delve mit Pastor Lühr. 

 

Dieser Bilderstreit erfuhr ein deutschlandweites Presse-Echo, so dass viele Interessierte nach Delve kamen um sich das Bild einmal selbst anzusehen; die Schmalspurbahn von Heide nach Delve musste sogar Sonderzüge einsetzen um den Andrang zu bewältigen. 

 

Schließlich ist noch zu erwähnen, dass es seit 2008 den Delver Passionsweg gibt. Es handelt sich um einen 3,2 Kilometer langen Weg um die Kirche mit insgesamt 10 Stationen. 

 

Zur Kirchengemeinde Delve geht es hier.

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